Grumbtmuehle Zinnwald

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in der
Grumbtmühle

Legende

Ein Müller, der nicht mahlt

Ein Rätsel zum Anfang: Sie können handgehackt oder maschinenbearbeitet sein, bemessen werden sie nach Schock, und funktionieren lässt sie der Tannenzapfeneffekt.

Der Erzgebirgler hat sicher schon des Rätsels  Lösung. Dem Flachländer sei mit dem Stichwort "Schindelmmühle" auf die Sprünge geholfen. In Zinnwald gibt es noch eine solche. Bernd Vogler- der Sohn der hochbetagten Inhaberin Hildegard Kaiser- ist es, der heute die  Schindeln fertigt. Das Fichtenholz( Lärche ist dem Müller wegen des hohen Harzgehaltes noch lieber) wächst ihm direkt vor der Haustür. Hat eine Fichte sich 25 cm Bauchumfang, dann geht es ab zum Schindelmüller in die Grumbtmühle und das nun schon seit 125 Jahren.

Baumstämme vor dem Vollgatter

Der Beruf wird auch noch heute gebraucht, denn die Schindeln für Dächer und Giebel rund um den Kahleberg sind nicht Allerweltsware: Acht Schock Ellenschindeln zum Ausbessern braucht da beispielsweise ein Giebel, wenn man nur wüsste,  wie lang eine Elle ist und wie viel Stück ein Schock hat. Bekommt er natürlich in der Grumbtmühle gefertigt, auch wenn die seit der Jahrhundertwende übliche Maschinenschindel mit ihrem halben Meter Länge 6,64 cm kürzer ist, als die Ellenschindel, jetzt wissen wir auch wie lang eine sächsische Elle ist.

Wie die Fertigung einer Schindel abläuft? Als erstes geht der geschälte Stamm in zwei Meter Stücken durch das Vollgatter. Und was für eins! 1914 steht zu lesen, ursprünglich dampf- bzw. wassergetrieben.  Aus diesem spänespuckenden und lärmenden Maschinchen kommen die  Rohschindelbretter heraus. Die transportiert Bernd Vogler mit dem Hunt oder aufgehuckt in den Schauer zum Trocknen. Da hat das Holz - im Gegensatz zum Schindelmüller - zwei Jahre seine Ruhe. Der Schneidemüller nimmt sich währen dessen getrocknete Rohschindeln vor, bearbeitet sie am Dicktenhobel  und bringt eine Nut sowie eine Keilspundung an.

Bernd mit MarianneMartin"So klingt´s bei uns im Arzgebirg"

Das ist die Sache mit dem Tannenzapfeneffekt: bei Regen quellen die Schindeln, und die Keilspundung macht die Sache dicht. Gibt es wieder Sonne verläuft dasselbe rückwärts und Luft kommt an Nut und Spund. Fäulnis und Schimmel wird so der Garaus gemacht.

Nebenerwerbler Bernd Vogler hat Achtung vor diesen alten Techniken und will sie und die Schindelgiebel und -Dächer seiner erzgebirgischen Heimat nicht verloren gehen lassen. Wer eben von Kindesbeinen an mit Schindeln zu tun hatte, der kommt nicht los davon.

Nur gut so, denn wie sollte man ein denkmalgeschütztes Haus erhalten, gäbe es nicht die Grumbtmühle samt Hildegard Kaiser und ihren Sohn den Schindelmüller.

Übrigens ein Erzgebirgler wie er im Buche steht- herzliche Gastfreundschaft, wohltuende Unkompliziertheit und immer mit irgendwas  Zugange.